Eine gut funktionierende Dachentwässerung ist für ein Haus sehr wichtig. Dazu musst du die richtige Größe der Dachrinne kennen, um dann auch die entsprechende Dachrinne und das passende Fallrohr zu verwenden. Selbiges gilt auch für Terrassenüberdachungen und Gartenhäuser – eben überall dort, wo eine funktionierende Entwässerung notwendig ist. Aber wie kannst du nun deine Dachrinne berechnen?
Dachrinne berechnen mit einfacher Formel
Da bei jedem Haus ein unterschiedliches Dach mit einer entsprechend unterschiedlichen Größe des Daches einhergeht, muss auch die Dachrinnengröße daran angepasst sein. Des Weiteren richtet sich die Größe des Fallrohres danach. Folgende Formel berechnet dazu den Abfluss des Regenwassers:
Q = Fläche (ha) x Regenspende ( l / (s x ha)) x Abflussbeiwert
Die Fläche bezeichnet hierbei die Dachgrundfläche. Der Abflussbeiwert beträgt 1 bei Dächern, die einen kleineren Winkel als 3 Grad haben.
Welche Rinnengröße für welche Dachfläche?
Du solltest bei der Planung der Dachrinne durchaus großzügig sein und eher etwas mehr anpeilen als zu knapp zu planen. Falls du vorhast, zwei Fallrohre einzubauen, dann kannst du die Grundfläche deines Daches halbieren. Mit diesen Maßen wird die Dachrinnengröße berechnet. Für eine Dachrinne, die halbrund ist und in ihrer Form den standardisierten Maßen entspricht, empfiehlt es sich, auf die nachfolgenden Werte zurückzugreifen:
Für eine Dachfläche bis zu 25 Quadratmeter → 70 mm
bis 50 Quadratmeter → 100 mm
bis 100 Quadratmeter → 125 mm
bis 160 Quadratmeter → 150 mm
über 160 Quadratmeter → mindestens 125 mm + zwei Fallrohre
Berechnung der Dachgrundfläche mit Beispiel
Die Kalkulation der Dachgrundfläche ist essentiell, bevor du die Dachrinne berechnest. Achte darauf, dass die Dachrinne groß genug ist, um auch bei Starkregen oder Gewitter mit viel Niederschlag das gesamte Regenwasser abzuleiten.
Die Dachrinne darf auf keinen Fall überlaufen. Wichtig dafür sind die Werte “Regenspende” und der “Abflussbeiwert”. Die Dachgrundfläche ist nicht die wirkliche Fläche des Daches, was die Berechnung für dich vereinfachen sollte. Falls du ein Satteldach hast, musst du dazu nicht den Winkel in deine Berechnung mit einfließen lassen.

Was ist die Regenspende?
Was bedeutet der Abflussbeiwert?
Den Abflussbeiwert kann man auch als Abflusskoeffizient bezeichnen. Er beschreibt das Verhältnis von abfließendem Niederschlagswasser zu der gesamten Niederschlagsmenge, die auf eine bestimmte Fläche fällt. Der Abflussbeiwert wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter:
- Die Beschaffenheit der Oberfläche (z.B. Beton, Asphalt, Grasland, Waldboden),
- Die Neigung des Geländes,
- Die Sättigung des Bodens vor einem Niederschlagsereignis,
- Die Intensität und Dauer des Niederschlags.
Folgende Beispiele zeigen, wie die Dachgrundfläche berechnet werden kann:
1. Schritt: Größe der Dachgrundfläche berechnen
- Länge (a) = 20 m
- Breite (b) = 10 m
Die Grundfläche des Daches wäre in diesem Fall:
a x b = 20 x 10 = 200 qm
Bei zwei Fallrohren wird die halbe Grundfläche angesetzt:
a x b = 20 x (10/2) = 20 x 5 = 100 qm
Anbringen des Fallrohres
zu entwässernde Grundfläche | Fallrohrdurchmesser | Dachrinne |
---|---|---|
25 qm | 60 mm | 200er |
50 qm | 80 mm | 250er |
100 qm | 100 mm | 280er |
160 qm | 100 bis 120 mm | 333er |
mehr als 160 qm | Minimum zwei Fallrohre | 400er 500er |
Dachgrößen-Tabelle zum Berechnen der Dachrinne
Folgende Tabelle zeigt nochmals anschaulich, bei welcher Dachgröße oder Dachgrundfläche welche Regenrinnen in welcher Größe zum Einsatz kommen sollten. Angenommen du hast ein Satteldach mit einer Grundfläche von 100 m2 und jeweils eine Dachrinne an jeder Seite. Dann muss jede Dachrinne von 50 qm Dachfläche das Wasser ableiten. Der Tabelle ist zu entnehmen, dass demnach eine Dachrinne mit 105 mm Durchmesser (Richtgröße 100) verwendet werden sollte, um einen optimalen Wasserabfluss zu garantieren.
Grundfläche des Daches | Breite des Zuschnitts | Durchmesser der Dachrinne | Richtgröße |
---|---|---|---|
bis zu 25 qm | 200 mm | 80 mm | RG 75 |
bis zu 51 qm | 250 mm | 105 mm | RG 100 |
bis zu 100 qm | 285 mm | 127 mm | RG 125 |
bis zu 160 qm | 333 mm | 153 mm | RG 150 |
Wissenswertes zur Dachrinnengröße
- RG: Die Abkürzung RG steht für “Richtgröße”. Es handelt sich dabei um eine neuere Größenangabe bei Dachrinnen. Der Begriff Richtgröße steht dabei für die Angabe des gerundeten Durchmesser
- Teiligkeit: Die Teiligkeit ist eine ältere Angabe und meint Angaben wie 10-teilig, 7-teilig usw.
- DN: Hinter der Angabe DN steckt die Größe des Fallrohrs für die Dachrinne. DN meint damit den Durchmesser
Wie groß muss eine Dachrinne für mein Dach sein?
Die Rinnengröße richtet sich nach der Dachgrundfläche. Als Faustregel gilt:
- Bis 25 m² → 70–80 mm Durchmesser
- Bis 50 m² → ca. 100–105 mm
- Bis 100 m² → ca. 125–127 mm
- Bis 160 m² → ca. 150–153 mm
Bei größeren Flächen oder bei Verwendung von nur einer Dachrinne ist zusätzlich ein zweites Fallrohr zu empfehlen.
Wie berechnet man die benötigte Dachrinnen‑Länge und Fallrohrgröße?
Die Länge der Dachrinne entspricht der Traufseite des Dachs. Die Größe des Fallrohrs hängt von der zu entwässernden Fläche ab. Ein 100 mm-Fallrohr reicht meist für bis zu 100 m². Kastenförmige Rohre leiten sogar bis zu 15 % mehr Wasser ab. Eine Beispielrechnung für 200 m² Fläche mit zwei Fallrohren ergibt 100 m² pro Rinne → RG 125 mit 100 mm Rohrdurchmesser.
Welche Faktoren beeinflussen die Dimension der Dachrinne?
Neben der Dachgrundfläche spielen auch die Regenspende (regionale Niederschlagsmenge), der Abflussbeiwert (z. B. bei flachen Dächern = 1), die Dachneigung und die Art der Dachform (z. B. Satteldach) eine Rolle. Zusätzlich wichtig: ob eine oder zwei Dachrinnen und Fallrohre verwendet werden.